China – von Laos nach Chengdu

22.04. – 05.05.2019

China wir kommen! Es erwarten uns 4’500 Kilometer mitten durch das riesige Land. Vorbei an hunderten von Lastwagen steht uns ein letzter staubiger Weg bevor und im zweiten Anlauf finden wir sogar den Laotischen Grenzposten. Wir erhalten den Ausreisestempel für das Auto und werden weggeschickt, wohin genau wissen wir nicht, also fahren wir ein paar Kilometer Richtung Norden durch eine riesige Baustelle, vorbei an einer halbfertig gebauten Dutyfree-Stadt und kurz danach finden wir sogar den zweiten Grenzposten. Ab dann ist Geduld gefragt, denn die Chinesen haben einen eigenartigen Fahrstil, jeder drängelt und möchte der Erste sein und zuletzt sind alle Fahrzeuge dermassen ineinander verkeilt, dass niemand mehr durchkommt. Da wir uns zwischen den beiden Grenzen befinden, interessiert das die Grenzbeamten gänzlich wenig und erst nach einer gefühlten Ewigkeit entwirrt sich das Chaos langsam. Da es Ausländern leider nicht gestattet ist China alleine mit dem Auto zu bereisen, mussten wir die ganze Reise über eine Agentur buchen. Shannon, unsere stetige Reisebegleitung für die nächsten Wochen, erwartet uns bereits auf der Chinesischen Seite, um uns mit dem Auto durch den Zoll zu bringen. Das verläuft alles sehr zivilisiert und nach kurzer Zeit sind wir ohne weitere Probleme durch. Nach dem Grenzübergang blüht uns noch eine Fahrzeugprüfung auf dem Strassenverkehrsamt und einen Sehtest für den Chinesischen Fahrausweis, beides erweist sich als sehr unkompliziert und nach kurzer Zeit ist alles erledigt. Die Reise kann nun endlich beginnen! Wir fahren gleich weiter nach Jinghong und kaum ist das Auto parkiert belagern uns schon ein paar Chinesen. Sie haben noch nie ein ausländisches Fahrzeug gesehen und sind von unserer Reise begeistert. Die Einladung zum Nachtessen müssen wir leider dankend ablehnen, wir sind einfach zu müde. Am nächsten Morgen nimmt uns Shannon mit auf den Grossmarkt. Dort besorgt sie ein paar Kilo Mangos und Bananen, diese sind hier im Süden besonders gut. Sie lässt diese von einem Kurier direkt nach Hause liefern und bezahlt das Ganze mit ihrer Smartphone-App, alles sehr praktisch und effizient. Weiter geht es über Jinggu und Nanjian nach Dali, einer wunderschönen historischen Stadt. Die Fahrt über die Berge ist beeindruckend, die Chinesen bewirtschaften jedes noch so kleine Stückchen Land. Dafür ist die Überwachung umso befremdlicher, überall, in jedem noch so kleinen Dörfchen stehen Kameras und registrieren alles was da durchkriecht, -läuft- und fährt. Auf dem Weg über die Bergstrasse nach Xichang folgt unser nächstes Erlebnis mit dem Chinesischen Fahrstil. In einem Dorf wird die Strasse gerade ausgebessert, da aber niemand den Verkehr regelt entsteht innerhalb von wenigen Minuten ein Riesenchaos. Alle drängeln nach vorne und blockieren die kleinste Lücke, am Ende stehen wir doch tatsächlich drei Stunden im Stau für 100m Baustelle – wir können’s nicht fassen! Nach ein paar Tagen Fahrt erreichen wir Chengdu, dort lassen wir uns in einem Airbnb nieder und geniessen die Stadt ohne Auto, dieses haben wir in der Toyota Garage für einen Service abgegeben. Die PR-Lady will sogleich eine kurze Story über uns schreiben, es ist das erste ausländische Auto in ihrem Betrieb und sie ist schwer beeindruckt von unserem Trip. Dann gilt es die Panda-Hauptstadt Chengdu zu erkunden! Als erstes besuchen wir natürlich die Aufzuchtstation der Pandas und trotz der vielen Touristen fühlt man sich wohl im Park. Alles ist gepflegt und grosszügig angelegt, die Pandabären können wir von überall beobachten und sogar die fotoverrückten Chinesen halten sich einigermassen zurück. Da gerade ein paar Feiertage anstehen, wird die Stadt von Millionen Touristen überschwemmt, wir verschieben unser Sightseeing der Attraktionen auf nächste Woche, diese Massen sind einfach zu viel für uns…

 

Laos – von Süd nach Nord

27.03. – 19.04.2019

Vorab: Wir wünschen allen zu Hause schöne Ostern!

Die Einreise nach Laos verläuft problemlos, wäre da nicht zuerst die Sache mit der Ausreise. Der Kambodschanische Zöllner will uns einfach nicht rauslassen. Er besteht vehement auf die Einfuhrpapiere für das Auto, welche gemäss Gesetzt seit anfangs 2019 obligatorisch sind und persönlich in Phom Penh eingeholt werden müssen. Die können wir natürlich nicht vorweisen, da uns bei der Einreise (zum Glück) niemand danach gefragt hat. Nach langem Hin und Her sieht er dann ein, dass es nichts bringt und lässt uns ausreisen. Wie bereits gesagt: am Ende klappt’s immer. Unser erstes Ziel in Laos ist Si Phan Don, die traumhaft schöne Gegend der Viertausend Inseln. Dort lassen wir uns für ein paar Tage auf der kleinen Insel Don Det nieder und erkunden diese mit dem Fahrrad. Zurück auf dem Festland und nach einer abenteuerlichen Fährüberfahrt ziehen wir weiter nach Kong Lor. Dort schlagen wir endlich wiedermal unser Zelt auf. Die Temperaturen sind hier oben etwas moderater, nicht wirklich kühl, aber in der Nacht erträglich. Am Flussufer finden wir ein traumhaftes Plätzchen und erklären dem Bauern mit Händen und Füssen was wir genau wollen. Zuerst winkt er ab, dann zeigen wir ein Foto mit dem Dachzelt und er stimmt lachend zu. Neugierige Dorfbewohner kommen vorbei und begutachten ungläubig unser Zelt und für’s Abendessen gibt’s noch ein paar frischgepflückte Chillis. Am nächsten Tag fahren wir mit einem kleinen Boot durch die 7,5km lange Kong Lor Höhle, ein tolles Erlebnis, danach geht’s weiter nach Vientiane. Da wir unsere Reiseroute geändert haben, müssen wir in die Hauptstadt, um unser Visum für China und die Mongolei einzuholen. Ein paar Tage verbringen wir in einem Airbnb und lassen uns durch die gemütliche Stadt treiben. Nach dem Erhalt der beiden Visa, fahren wir über Vang Vieng nach Luang Prabang. Das Laotische Neujahrsfest steht kurz bevor und dieses wollen wir unbedingt in der wunderschönen Stadt Luang Prabang verbringen. Es geht hoch und runter über die Berge, die Strassen sind besser unterhalten als noch vor ein paar Jahren und bald wissen wir auch wieso: die Chinesen bauen eine gigantische Eisenbahnlinie von Kunming nach Singapore und eine Teilstrecke führt durch Laos. Wie in Kambodscha brennen auch hier überall kleine Feuer und leider spüren und riechen wir den Rauch bis nach Luang Prabang, die ganze Stadt liegt unter einer Rauchdecke. Was für eine Erfrischung bietet das Laotische Neujahrsfest Pi Mai Lao! Das Wasser fliesst in Strömen und egal wo man hinwill, niemand wird verschont und niemand bleibt trocken. Wer Glück hat, bekommt keine rote, schwarze oder gelbe Farbe ab, uns genügt es, den ganzen Tag triefend durch die Stadt zu spazieren. Bei der Hitze ist das aber nicht ganz so schlimm. Wir besuchen ein paar Tempel und freuen uns auf die angekündigte Elefantenprozession. Diese verläuft etwas weniger andächtig als erwartet: voraus eine Horde Touristen mit klickenden Fotoapparaten, danach die Offiziellen der Stadt und am Ende eine Handvoll Elefanten, welche zum Teil mit Werbebanner von Hotels geschmückt sind. Unsere letzten Tage in Laos brechen an, diese verbringen wir im Hohen Norden, zuerst ein paar Tage im gemütlichen Nong Khiaw und dann weiter westlich in der Gegend von Muang Xai. Vor allem im Nordosten erinnern uns die vielen Überreste der Amerikanischen Bomben an die tragische Geschichte Laos, welches während dem „geheimen Krieg“ der CIA gegen Vietnam die meisten Bomben abgekommen hat. Es schlummern Millionen Blindgänger in den Feldern, im Dschungel und in den Flüssen und es sterben und verletzen sich leider auch heute noch sehr viele Einwohner mit den „Bombies“, wie sie die Laoten nennen. Am 22. April verabschieden wir uns von Südostasien und ziehen weiter nach China, schön wars’s wir kommen wieder.