Malaysia – von Ost nach West

24.01. – 3.02.2019

Nordwärts begeben wir uns in die konservativste Region Malaysias, welche geprägt ist von unzähligen Moscheen und vielen verschleierten Frauen. Im Gegensatz zum Oman, wo man nur selten Frauen in der Öffentlichkeit oder in den Restaurants sieht, ist es hier aber viel entspannter und lebendiger. Die Strassenmärkte sind voll von Familien und in den chinesischen Quartieren oder Restaurants bekommt man ohne Probleme ein Bierchen. Wir besuchen Märkte, Moscheen, Hindutempel, Buddhistische Tempel und Kirchen und alle scheinen hier friedlich miteinander zu leben. Die Landschaft am Meer entlang ist wieder wunderschön, aber die Strände laden nicht wirklich zum Baden ein. Meistens sind sie stark verschmutzt und die wenigen Badegäste gehen mit der kompletten Kleidung ins Meer, somit lassen wir das mit dem Beach-Life ganz sein. In Terengganu gibt’s eine hübsche chinesische Altstadt und es wird auch schon fleissig für das bevorstehende Neujahrsfest geübt. In Kota Bharu besuchen wir den bunten Markt und später fahren wir zurück ins Landesinnere in die Cameron Highlands. Hier ist uns alles etwas zu touristisch und überlaufen, aber die Aussicht auf die Teeplantagen ist toll und wir entfliehen den Massen mit einer Tour in den Mossy Forest. Im Guesthouse machen wir nette Bekanntschaften unter anderem mit einem Paar aus der Schweiz, das seit über 7 Jahren mit dem Segelschiff unterwegs ist. Unsere zweitletzte Station ist die Insel Penang mit der wuseligen Altstadt in George Town und den alten Clan- und Geschäftshäuser der Chinesen und Engländer. Aber auch Little India ist hier angesiedelt und die laute indische Musik wechselt sich mit dem Sing-Sang des Muezzins ab. Unseren letzten Abend in Malaysia verbringen wir in Pengkalan Hulu und nun sind wir sehr gespannt, ob die Einreise nach Thailand in ein paar Stunden klappt! Offiziell ist die Einreise mit dem eigenen Auto für Ausländer nämlich seit 2016 nicht mehr erlaubt, einzig mit einem Guide kann man Thailand passieren. Dank Kontakten aus dem Internet und Tipps von anderen Ovelandern, versuchen wir nun unser Glück. Bye-Bye Malaysia!

 

Malaysia – Berge – Dschungel – Meer

16. – 24.01.2019

Wir entfliehen der grossen Hitze von Kuala Lumpur nach Fraser Hill in die Berge. Hier herrschen angenehme Temperaturen, in der Nacht wird es mit 16 Grad sogar richtig kühl. Wegen der Regenzeit sind alle Wanderwege geschlossen und neben dem ältesten Golfplatz Malaysias gibt’s leider nicht viel zu unternehmen. Deswegen verbringen wir den Nachmittag beim High Tea in einem hübschen englischen Cottage, hier wirken die Spuren der Engländer noch etwas nach. Die Reise führt uns später über Raub und Klau – genau so heissen die Dörfer – nach Kuala Lipis und später weiter in den ältesten Nationalpark der Welt, dem Taman Negara. Doch bereits während der Fahrt durch das Landesinnere kommt uns Malaysia wie ein grosser üppiger Regenwald vor. Leguane, Affen, Büffel und sogar zwei Schlangen kreuzen unseren Weg. Leider aber auch massenhaft Palmöl-Plantagen, welche sich immer weiter ausbreiten. Der Nationalpark ist phantastisch, mit dem Boot geht’s auf einem Nebenfluss durch den Dschungel. Die wilden Tiere, es gibt hier Elefanten, Tiger, Leoparden, Wildschweine und Hirsche, verstecken sich aber allesamt im dichten Wald. Ein paar Tage später ziehen wir weiter an die Ostküste, in der Hoffnung, dass die heftigen Regengüsse versiegen und wir endlich wiedermal campen können. Unterwegs besuchen wir Hindu- und Chinesische Tempel und der Muezzin ruft auch noch im hintersten Winkel aus der Moschee zum Gebet. In Cherating Beach finden wir einen einfachen Campingplatz, wo wir uns für ein paar Tage niederlassen und mit drei anderen Weltreisenden (die sind mit ihren Fahrrädern unterwegs) relaxen wir gemütlich am schönen Strand. Die grosse Aufregung kommt dann kurz vor dem Eindunkeln: ein paar Einheimische werden am Strand mit dem Auto von der Flut überrascht, während sie ihren Jet-Ski rausziehen wollen. Das Wasser kommt schnell und die Strömung ist extrem stark, also klappen wir unser Dachzelt unverzüglich zusammen und ziehen den Pick-Up in letzter Minute aus dem Meer. So ein Glück, dass wir da waren, weit und breit war kein anderes Auto in Sicht, sie waren uns unendlich dankbar und wir froh, dass alles gut geklappt hat.

Malaysia – Kuala Lumpur

8. – 16.01.2019

Malaysia hatten wir ursprünglich gar nicht auf unserer Reiseroute eingeplant, weil es vor ein paar Monaten unmöglich schien, von Malaysia mit dem Auto nach Thailand einzureisen. Durch diverse Berichte von anderen Overlandern sind wir nun aber zuversichtlich, dass wir trotz den strengen thailändischen Regeln ins Land reinkommen und ohne den obligatorischen Guide bereisen können. Wir quartieren uns also gleich in ein Airbnb ein und warten, bis das Auto am Hafen freigegeben wird. Währenddessen stürzen wir uns ins Getümmel der Stadt. Kuala Lumpur trifft genau unseren Geschmack: es gibt neue und alte Gebäude, Moscheen, Hindutempel, Strassenmärkte und Essensstände an jeder Ecke. Ob indisch, chinesisch, malaiisch oder europäisch, es gibt einfach alles. Die unglaubliche Hitze und die täglichen sintflutartigen Regengüsse sind zwar etwas anstrengend, dennoch geniessen wir jede Minute. Wir organisieren den ersten Auto-Service bei Toyota und nach langer Recherche erhalten wir zum Glück auch noch den benötigten Zusatzstoff AdBlue – ja, es gibt ständig was zu tun. Dann endlich: am 12. Januar dürfen wir den Toyota von der Importfirma am Hafen abholen. Dort steht er im versiegelten Container auf dem halbleeren Platz und wir sind gespannt, wie er die Überfahrt überstanden hat. Alles ist perfekt, ausser, dass er nicht anspringt und der Leergang sich auch nicht einstellen lässt. Nach langem hin und her prüft jemand die Batterie und siehe da: sie war lediglich für die Überfahrt abgehängt worden. Somit kann es nun losgehen mit der Fahrt im ersten Land, wo Linksverkehr herrscht. Die Fahrt zum Airbnb durch den dichten Verkehr läuft super, die Strassen sind übersichtlich und vor allem richtungsgetrennt, somit alles kein Problem. Dank des roten Pfeils am Lenkrad (leider gab’s keinen kleineren) sollte es auch in hektischen Situationen funktionieren mit der richtigen Spur!