Russland nach Tadschikistan

31.05. – 27.06.2019

Diesmal lassen wir die Bilder für sich selber sprechen, dazu ein paar Fakten:

Tashanta (Russland) – Semei (Kasachstan), 1198km in 4 Tagen. Super Strassen, schöne Landschaft und wir erreichen Kasachstan innerhalb des 5-Tages-Transitvisums.

Semei – Almaty, 1121km in 4 Tagen. Mühsame Holperstrasse und eintönige Landschaft. Einzig der Besuch von Chagan, einer verlassenen Stadt und des Flughafens im ehemaligen Atomwaffentestgelände zu Sowietzeiten, ist beeindruckend.

Almaty – Osh (Kirgisistan), 1152km in 10 Tagen. Ein paar Tage Erholung in Almaty und Geburtstagstorte für Christoph, Besuch des Charyn Canyon und Übernachtung im Clay Canyon. Freundlicher Grenzübergang, Abstecher zum „Fairytale Canyon“, Camping am Issiköl See und die erste Übernachtung auf über 3000m am Songköl See. Zwei platte Reifen innerhalb von drei Stunden und nur ein Ersatzrad. Dank der Hilfe eines netten Einheimischen doch noch ins nächste Dorf geschafft.

Osh – Dushanbe (Tadschikistan) 1500km in 7 Tagen über den Pamir Highway und den Wakhan Corridor. Talgik Pass: 3615m, Kyzyl-Art Pass: 4282m, Karakul: 3900m, Ak-Baital Pass: 4655m, Murghab: 3600m, Khargush Pass: 4344m. Atmen fällt ein wenig schwer, geschlafen wird auch wenig, aber sonst fühlen wir uns fit. Camping auf über 3500m, nur 20m durch einen Fluss von Afghanistan entfernt, ist ein spezielles Gefühl. Der Wakhan Corridor liegt direkt neben Afghanistan und die Route ist sensationell; ein wahres Highlight unserer Reise.

 

Mongolei – quer durch die Steppe

17. – 31.05.2019

Ursprünglich war die Mongolei auf unserer Reise gar nicht eingeplant, umso mehr freuen wir uns nach China auf die weiten, einsamen Steppen und die Wüste Gobi. Zuerst geht’s nach Ulan Bator das Transitvisum für Russland beantragen. Da wir von unterwegs kein normales Touristenvisum für Russland einholen konnten, bleibt uns jetzt nur diese Chance um durch Russland nach Kasachstan zu gelangen. Die Hauptstadt ist nicht besonders attraktiv und wir sind froh, nach ein paar Tagen wieder Richtung Süden in die Natur hinaus zu fahren. Nach einem Abstecher zum Yolyn Am Canyon, welcher zu dieser Jahreszeit noch fast komplett mit einer Eisschicht bedeckt ist, fahren wir Richtung Gobi Wüste zu den „Singenden Dünen“ Khongoryn Els. Unterwegs stossen wir zufällig auf ein Pferderennen mit Kindern, anfangs wissen wir nicht genau, was die vielen Autos auf dem Feld machen, doch plötzlich erscheinen am Horizont Kinder auf ihren Pferden. Bei der Siegerehrung wird nicht etwa das Kind, sondern das Pferd gefeiert. Im Land des Dschingis Khans läuft eben alles etwas anders. Die Nomaden sind zwar auch mit Pferden unterwegs, aber noch viel öfters sieht man sie auf ihren Motorrädern durch die Steppe ihren Herden hinterher flitzen. Den Weg zu den Dünen finden wir erst im zweiten Anlauf, dafür treffen wir auf unserem Umweg auf unglaublich viele Kamele, wilde Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen, die sind einfach überall. Auch der kalte Winter hinterlässt seine Spuren, überall liegen tote Tiere oder Skelette, die sammelt hier nämlich niemand ein – sehr zur Freude der Geier. Nach einer erholsamen Nacht an einem tollen Campingspot – wild campen darf man in der Mongolei fast überall – finden wir auch den richtigen Weg zu den Wanderdünen. Diese erstrecken sich in einem Tal auf über 180km Länge durch die Wüste und sind beeindruckend schön. Nach ein paar Tagen in der Wildnis fahren wir wieder hoch nach Ulan Bator um unser 5-Tages-Transitvisum abzuholen. Das klappt zwar bestens, aber durch einen Fehler unsererseits müssen wir nun bereits am 31. Mai ausreisen, da wir spätestens am 4. Juni wieder aus Russland raus müssen. Wir hatten gedacht, das Ein- und Ausreisedatum frei bestimmen zu können, doch das ist leider nicht der Fall. Um nach Ölgii in den Westen zu gelangen gibt es drei Routen, wir entscheiden uns, zuerst die mittlere zu nehmen und dann über die Nordroute nach Ölgii zu fahren. In Charchorin besuchen wir das Kloster Erden Dsuu und begeben uns dann zum Terkhiin Tsagaan Nur See um dort den Vulkankrater „Khorgo“ zu besichtigen. Weil es nun bitterkalt und regnerisch ist, entscheiden wir uns diesmal in einem Ger – einer mongolischen Jurte – zu übernachten. Kuschelig warm durch den Ofen in der Mitte schlafen wir wunderbar und es gibt nebenan sogar eine warme Dusche und Toiletten – was für ein Luxus mitten im Nichts. Am nächsten Tag auf dem Weg zum Vulkan treffen wir auf drei deutsche Overlander in einem Iveco Truck und mehrere Neuseeländer die nach London unterwegs sind. Es wimmelt in der Mongolei plötzlich nur so von Overlandern, wir treffen eine Familie aus Schweden, ein Ehepaar aus Zürich und zwei Luzerner, die auf dem Weg nach Australien sind. Die letzten paar hundert Kilometer fahren wir nur noch offroad durch die Steppe, durchqueren zwei Flüsse und dann geht’s durch die Berge Richtung Grenze.

 

China – Chengdu nach Erenhot

06.05. – 17.05.2019

Nach ein paar erholsamen Tagen in Chengdu geht die Reise weiter Richtung Mongolei. Das Programm ist straff und die Tage lang, dennoch geniessen wir die Fahrt durch vielen Berge, die Landwirtschaftszonen und den überdimensionierten Retortenstädte. Nachdem wir unserer Reisebegleiterin mehrmals versichert haben, dass wir wirklich nicht jede einzelne Sehenswürdigkeit besuchen wollen – das würde einfach unser Auffassungsvermögen sprengen – sind wir etwas entspannter. Dennoch gibt’s auf dem Weg in den Norden viel Kultur, schöne Landschaften und vor allem unglaublich offene Chinesen. Egal wo wir sind, alle wollen wissen woher wir sind und vor allem wollen alle ein Foto mit uns machen. Wir fühlen uns wie kleine Filmstars, es wird geknipst und geknipst und geknipst. Die Highlights sind die spektakuläre Wanderung durch den Jianmenguan National Forest Park, die antiken Städte Pingyao, Zhaohua, Xi’an, die Terra Cotta Warriors und natürlich die Chinesische Mauer, welche ausserhalb der Touristenzentren mitten auf dem Land ihrem Verfall trotzt. Das „Hängende Kloster“ bei Datong hingegen war ein wunderschönes Beispiel dafür, wie es ist mit tausenden von Chinesischen Touristen unterwegs zu sein: Füdli an Füdli hoch, ein paar Fotos hier, ein paar Selfies da und dann schön brav der Reihe wieder nach unten. Am letzen Abend in Erenhot besorgen wir uns doch noch ein paar Benzinkanister, denn so ganz sicher sind wir uns nicht mit dem Tankstellenangebot in der Mongolei – vor allem in der Wüste Gobi könnte es etwas knapp werden.