Reiseblog

Laos – von Süd nach Nord

27.03. – 19.04.2019

Vorab: Wir wünschen allen zu Hause schöne Ostern!

Die Einreise nach Laos verläuft problemlos, wäre da nicht zuerst die Sache mit der Ausreise. Der Kambodschanische Zöllner will uns einfach nicht rauslassen. Er besteht vehement auf die Einfuhrpapiere für das Auto, welche gemäss Gesetzt seit anfangs 2019 obligatorisch sind und persönlich in Phom Penh eingeholt werden müssen. Die können wir natürlich nicht vorweisen, da uns bei der Einreise (zum Glück) niemand danach gefragt hat. Nach langem Hin und Her sieht er dann ein, dass es nichts bringt und lässt uns ausreisen. Wie bereits gesagt: am Ende klappt’s immer. Unser erstes Ziel in Laos ist Si Phan Don, die traumhaft schöne Gegend der Viertausend Inseln. Dort lassen wir uns für ein paar Tage auf der kleinen Insel Don Det nieder und erkunden diese mit dem Fahrrad. Zurück auf dem Festland und nach einer abenteuerlichen Fährüberfahrt ziehen wir weiter nach Kong Lor. Dort schlagen wir endlich wiedermal unser Zelt auf. Die Temperaturen sind hier oben etwas moderater, nicht wirklich kühl, aber in der Nacht erträglich. Am Flussufer finden wir ein traumhaftes Plätzchen und erklären dem Bauern mit Händen und Füssen was wir genau wollen. Zuerst winkt er ab, dann zeigen wir ein Foto mit dem Dachzelt und er stimmt lachend zu. Neugierige Dorfbewohner kommen vorbei und begutachten ungläubig unser Zelt und für’s Abendessen gibt’s noch ein paar frischgepflückte Chillis. Am nächsten Tag fahren wir mit einem kleinen Boot durch die 7,5km lange Kong Lor Höhle, ein tolles Erlebnis, danach geht’s weiter nach Vientiane. Da wir unsere Reiseroute geändert haben, müssen wir in die Hauptstadt, um unser Visum für China und die Mongolei einzuholen. Ein paar Tage verbringen wir in einem Airbnb und lassen uns durch die gemütliche Stadt treiben. Nach dem Erhalt der beiden Visa, fahren wir über Vang Vieng nach Luang Prabang. Das Laotische Neujahrsfest steht kurz bevor und dieses wollen wir unbedingt in der wunderschönen Stadt Luang Prabang verbringen. Es geht hoch und runter über die Berge, die Strassen sind besser unterhalten als noch vor ein paar Jahren und bald wissen wir auch wieso: die Chinesen bauen eine gigantische Eisenbahnlinie von Kunming nach Singapore und eine Teilstrecke führt durch Laos. Wie in Kambodscha brennen auch hier überall kleine Feuer und leider spüren und riechen wir den Rauch bis nach Luang Prabang, die ganze Stadt liegt unter einer Rauchdecke. Was für eine Erfrischung bietet das Laotische Neujahrsfest Pi Mai Lao! Das Wasser fliesst in Strömen und egal wo man hinwill, niemand wird verschont und niemand bleibt trocken. Wer Glück hat, bekommt keine rote, schwarze oder gelbe Farbe ab, uns genügt es, den ganzen Tag triefend durch die Stadt zu spazieren. Bei der Hitze ist das aber nicht ganz so schlimm. Wir besuchen ein paar Tempel und freuen uns auf die angekündigte Elefantenprozession. Diese verläuft etwas weniger andächtig als erwartet: voraus eine Horde Touristen mit klickenden Fotoapparaten, danach die Offiziellen der Stadt und am Ende eine Handvoll Elefanten, welche zum Teil mit Werbebanner von Hotels geschmückt sind. Unsere letzten Tage in Laos brechen an, diese verbringen wir im Hohen Norden, zuerst ein paar Tage im gemütlichen Nong Khiaw und dann weiter westlich in der Gegend von Muang Xai. Vor allem im Nordosten erinnern uns die vielen Überreste der Amerikanischen Bomben an die tragische Geschichte Laos, welches während dem „geheimen Krieg“ der CIA gegen Vietnam die meisten Bomben abgekommen hat. Es schlummern Millionen Blindgänger in den Feldern, im Dschungel und in den Flüssen und es sterben und verletzen sich leider auch heute noch sehr viele Einwohner mit den „Bombies“, wie sie die Laoten nennen. Am 22. April verabschieden wir uns von Südostasien und ziehen weiter nach China, schön wars’s wir kommen wieder. 

Kambodscha – die grosse Hitze

16.03.-27.03.2019

Die Temperaturen erreichen nun knapp die 40 Grad Grenze und die Nächte bringen auch kaum mehr Abkühlung, wir schwitzen non-stopp. Sowohl der allgegenwärtige Rauch, wie auch der Staub lässt uns die Lust am Campieren vorläufig vergehen. In diesem Land wird wirklich zu jeder Tageszeit irgendwas abgefackelt. Nach der erfrischenden Kajak-Tour im Mekong zieht es uns Richtung Osten in die Berge nach Senmonorom und später nach Banlung. Dort soll es schöne Wälder, Wasserfälle und tolle Naturschutzgebiete geben. Die Realität sieht dann aber so aus: karge, abgeholzte Landschaften, verbrannte Erde und Rinnsale anstatt tobendes Wasser. An einem kleinen Wasserfall entscheiden wir uns Mittag zu Essen. Die halbe Dorfjugend erfrischt sich gerade samt Kleidern im Wasser und ein paar Einheimische laden uns ein, mit ihnen ein wenig zu feiern. Lustig, so eine kambodschanische Nachmittagsparty: die Bierbüchsen werden mit den Zähnen geöffnet, das Eis mit Steinen zerkleinert und es wird gebechert als gäbe es kein Morgen. Die Verständigung ist zwar nicht ganz einfach, aber wir geniessen die Gastfreundschaft und Herzlichkeit dieser Menschen. Nach ein paar Tagen zieht es uns weiter nach  Kampong Thom, um den alten Khmer Tempel Sambor Prei Kuk zu besichtigen und später nach Siem Reap. Wir entscheiden uns, Angkor Wat nicht nochmals zu besuchen, um unsere schönen Erinnerungen zu behalten. Vor zehn Jahren waren wir praktisch alleine in den Tempeln unterwegs und jetzt sind gerade Heerscharen von Chinesen in Siem Reap eingetrudelt. Anstatt zu den Tempeln geht’s ins War Museum, ein etwas skurriler Ort, mit ausrangierten Panzern, Bomben und Minen, ja sogar ein Helikopter steht da im wunderschönen Garten. Durch die interessante Führung eines Mitarbeiters konnten wir aber dennoch ein paar neue, spannende Informationen über diese schreckliche Zeit erfahren. Unsere letzten Tage in Kambodscha verbringen wir mit Tempelbesichtigungen abseits der Touristenmassen, wir fahren hoch an die Grenze zu Thailand und besuchen die wunderschönen Tempel Prasat Beng Mealea und Prasat Preah Vihear.

 

 

Kambodscha – Koh Kong bis Kratie

03.03.-16.03.2019

Die Einreise in Cham Yeam nach Kambodscha verläuft erstaunlich einfach: von Schalter zu Schalter, Zettel ausfüllen, ein Stempel hier, ein paar Bath da und zack sind wir durch. Ok, wir geben an, nur 10 Tage in Kambodscha zu bleiben und müssten eigentlich auch am selben Ort wieder ausreisen, aber gemäss unseren Erfahrungen interessiert es am Ende eh niemanden. So tuckern wir mit einer französischen Backpackerin, die wir an der Grenze aufgegabelt haben, ins Städtchen Koh Kong und freuen uns auf Kambodscha. Koh Kong bietet zwar nicht viel, dafür ist es umso ursprünglicher. Das Eis ist nicht mehr ganz so klar, der Markt klein und übersichtlich und zum Teil leben die Menschen auf ihrem eigenen Müll, doch allesamt sind sie freundlich und die Kinder begrüssen uns mit einem herzlichen „hello“! Ein paar Kilometer von Sihanoukville entfernt campieren wir für ein paar Tage direkt am Strand neben einem Guesthouse und geniessen die letzten Tage „Beach-Life“. Sihanoukville selber ist ein Graus, an jeder Ecke wird gebaut, überall Staub und Dreck und ein Casino neben dem anderen. Weiter verschlägt es uns nach Kampot, dort  besuchen wir eine Pfefferplantage, die Bokor Hill Station und wir unternehmen eine erfrischende Kajak-Tour auf dem Fluss. Die Temperaturen steigen bereits auf 34 Grad und untertags ist Sightseeing fast nicht mehr möglich. Wild campieren erweist sich auch als ziemlich schwierig, entweder ist alles zugebaut oder es gibt überhaupt keine Strassen und bei dieser Hitze bevorzugen wir dann doch ein Guesthouse mit AC oder Ventilator. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kep, fahren wir weiter nach Phnom Penh. Das ganze Land scheint eine einzige grosse, staubige Baustelle zu sein, überall werden die Strassen und Brücken ausgebaut. Durch die Trockenheit liegen ganze Dörfer unter einer dicken, roten Staubschicht. Auch Phnom Penh hat sich seit unserem letzten Besuch vor 10 Jahren stark verändert, es ragen Hochhäuser in den Himmel und man bekommt sogar guten Kaffee an den Strassenständen. Leider zeigt sich die Armut hier besonders drastisch, ganze Familien durchwühlen in der Nacht die Abfallsäcke um sich ihren Lebensunterhalt mit Büchsensammeln zu verdienen. Dem Mekong entlang fahren wir weiter durch kleine Dörfer nach Kampong Cham und später nach Kratie, wo wir eine tolle Kajak-Tour zu den seltenen Irawadi Flussdelfinen unternehmen.